Die Haltung der SOS-Kinderdorf-Stiftung
Das Stiftungsvermögen ist nicht in Gold investiert, da Gold keine regelmäßigen und planbaren Erträge erwirtschaftet. Wir können unsere Projekte jedoch nur aus den Stiftungserträgen finanzieren. Als Ertrag kann man bei Gold einen Kursgewinn ansehen. Dieser wird erzielt, wenn er realisiert, wenn das Gold also verkauft wird. In diesem Falle hätte die Anlage in Gold – um Kursgewinne zu erzielen – spekulativen Charakter. Gibt es trotzdem Gründe, in Gold anzulegen?
Ist Gold ein Sicherungsinstrument für die Finanzkrise?
Unbestritten gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Zuspitzen der Euro- bzw. Verschuldungskrise und dem Goldpreisanstieg. Beides verläuft jedoch nicht immer parallel, wie wir beispielsweise nach Premier Papandreous Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland sehen konnten. Zu diesem Zeitpunkt erreichte die Schuldenkrise und somit die Unsicherheit an den Finanzmärkten einen neuen Höhepunkt. Der Goldpreis lag jedoch mit 1.715 $ gut 250 $ unter dem bisherigen Goldpreishöchststand von 1.974 $ im August 2011.
Da es mittlerweile unzählige, neue Marktinstrumente gibt, mit denen man physisches wie verbrieftes Gold kaufen kann, werden enorme Goldvolumen bewegt, die in physischer Form überhaupt nicht lieferbar wären. Zudem hat sich nicht nur die Geschwindigkeit an den Märkten drastisch erhöht, auch das Verhalten der Investoren hat sich verändert. So können Fehlspekulationen und Fehleinschätzungen einzelner Marktteilnehmer zu heftigsten Verwerfungen an den Märkten führen, die nicht unbedingt den fundamentalen Daten entsprechen.
Schützt Gold im Falle einer Währungsreform?
In der Vergangenheit kam Gold als „Ersatzwährung“ zum Einsatz, wenn eine Währungsreform befürchtet wurde. Kurz vor einer Währungsreform dürfte der Goldpreis am höchsten sein. So ist zu vermuten, dass nach einer Währungsumstellung – berücksichtigt man vor allem den heutigen Hochgeschwindigkeitshandel – die Kurse rapide einbrechen. Um einen hohen Kurs zu nutzen, müsste Gold also in der höchsten Krisensituation verkauft werden, wobei man es aber ja genau für diesen Fall zur Absicherung gekauft hat. Entscheidend ist also, welche Kaufkraft Gold nach einer Währungsreform hat.
Erinnert sei im Übrigen an den letzten Goldpreisboom 1980. Wer seine Gewinne sichern wollte, stellte fest, dass weder Banken noch Münzhandlungen zum Ankauf von Goldbarren und Goldmünzen verpflichtet waren. Aus Überlastung stoppten einige Banken die Annahme von Goldverkäufen. Als einige Tage später Goldverkäufe wieder angenommen wurden, war der Goldpreis ein anderer, als der, zu dem man ursprünglich agieren wollte.
Die Goldanlage bietet aus diesen Gründen für das Stiftungsvermögen weder einen planbaren Verlauf, noch die Sicherheit des Werterhalts. Deshalb sind wir im Bereich der Sachwertanlagen nicht in Gold, sondern in Produktivkapital und Immobilien investiert.