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3. Stiftertreffen der SOS-Kinderdorf-Stiftung

Gäste lernten die Arbeit des SOS-Kinderdorfs Worpswede kennen und erfuhren, dass dieses auch durch Stiftungserträge unterstützt wird

Worpswede, 17. September 2010 - Die SOS-Kinderdorf-Stiftung veranstaltete heute im SOS-Kinderdorf Worpswede ihr drittes Stiftertreffen. Elke Tesarczyk, Vorstandsvorsitzende, und Petra Träg, Geschäftsführung, bedankten sich bei Stiftungsgründern, Zustiftern und Freunden für ihre Unterstützung, berichteten von abgeschlossenen Projekten und gaben einen Ausblick in die Zukunft. "Wir freuen uns sehr, dass unsere nun sieben Jahre junge Stiftung dank des Engagements unserer Stifter und Zustifter weiter gesund gewachsen ist und nachhaltige Projekte realisieren konnte", berichtet Petra Träg. Startete die Stiftung 2003 mit einem Dachkapital von 500.000 Euro und fünf Zustiftern, zählt man heute 7,4 Millionen Euro und über 400 Zustifter. Hinzu kommen 37 Treuhandstiftungen mit einem Kapital von 8,3 Millionen Euro, das von der SOS-Kinderdorf-Stiftung treuhänderisch verwaltet wird.

Das Treffen gab Stiftern und Zustiftern Gelegenheit, sich kennenzulernen, auszutauschen - und sich dabei durch die Schilderungen des ehemaligen SOS-Kinderdorfkinds Nino Bautz sowie der Leiterin des SOS-Kinderdorfs Worpswede Inge Göbbel einen persönlichen Eindruck von der SOS-Kinderdorf-Arbeit zu verschaffen. Nach den Vorträgen und dem Rundgang waren sich alle Anwesenden einig: Es ist wichtig, benachteiligten Kindern und Jugendlichen dauerhaft eine Perspektive zu geben.

Wir sind Familie: im Kinderdorf und weit darüber hinaus

Von dem Wunsch, nachhaltig zu helfen, profitiert seit fünf Jahren Nino Bautz. Der heute 26-Jährige kam 1989 als Fünfjähriger gemeinsam mit seinen beiden älteren Geschwistern ins SOS-Kinderdorf Worpswede. Seit 2005 studiert er Staatswissenschaften und Wissenschaften des Nahen Ostens und wird dabei von der Quaisser-Stiftung, einer rechtlich eigenständigen Stiftung, finanziell unterstützt, die mit ihren jährlich erwirtschafteten Erträgen Jugendliche auf ihrem beruflichen Weg fördert. "Klar war ich am Anfang aufgeregt, als wir ins SOS-Kinderdorf kamen", erzählte Nino Bautz. "Doch unsere SOS-Kinderdorf-Mutter war schon bald die Mama für uns." Nino Bautz genoss eine gute Kindheit, besuchte Schule und Klavierunterricht, spielte Theater, lernte jonglieren und Einrad fahren. "Neben seinem Kernangebot, Kindern und Jugendlichen, die ohne Eltern aufwachsen müssen, ein Zuhause und Geborgenheit zu schenken, hat sich das SOS-Kinderdorf Worpswede in den vergangenen vier Jahrzehnten zu einem der größten freien Jugendhilfeträger in der Region entwickelt", berichtet Inge Göbbel. "Die Idee und Initiative einer engagierten Gruppe von Privatleuten, in der Nähe von Bremen ein SOS-Kinderdorf zu bauen, hat damit Früchte getragen." Heute gibt es neben zehn Kinderdorffamilien auch Angebote für die Familien aus der Nachbarschaft, dem Landkreis Osterholz und den benachbarten Landkreisen: zwei Kindertagesstätten, eine intensivpädagogische Wohngruppe, eine heilpädagogische Integrationsgruppe, eine Verselbstständigungsgruppe, sozialpädagogische Einzel- und Gruppenangebote, Tagesgruppen für Vor- und Grundschulkinder, sozialpädagogische Familienhilfe und eine Erziehungsberatungsstelle mit verschiedenen Standorten.

Stiftungserträge kommen unter anderem dem SOS-Kinderdorf Worpswede zugute

"Wir sind sehr dankbar über unsere äußerst engagierten und treuen Förderer, die uns seit vielen Jahren unterstützen", so Inge Göbbel weiter. "Dazu gehört seit 2004 zum Beispiel auch die Adolf Steinemann-Stiftung." Die Treuhandstiftung unter dem Dach der SOS-Kinderdorf-Stiftung sieht im Satzungszweck die Förderung der Kinder und Jugendlichen des SOS-Kinderdorfs Worpswede vor. Mit den Erträgen, die die Treuhandstiftung in diesem Jahr ausschüttete, wird demnächst ein Spielgerät auf der Außenspielanlage erneuert. Zusätzlich kommt dem SOS-Kinderdorf Worpswede auch ein Teil der diesjährigen Erträge des Dachkapitals der SOS-Kinderdorf-Stiftung zugute: Im SOS-Kinderdorf selbst sollen bald neue Spielobjekte auf dem Gelände und auf der Indianerwiese die Sinneswahrnehmung und Kreativität der Kinder fördern. Und in der Kinderkrippe in Gnarrenburg, die zum SOS-Kinderdorf gehört, werden Sand- und Wasserspielflächen, Weideniglus sowie Kletter-, Tast- und Fühlbereiche aus unterschiedlichen Materialien neu gestaltet bzw. angeschafft. Darüber hinaus werden Sträucher gepflanzt, ein Kletterbaum errichtet und eine "Acht" gepflastert, auf der sich die Jüngsten mit Rollern und Rutscherautos austoben können.

Vision: weiteres Wachstum für Hilfe, die wirkt und wirkt und wirkt

Neben eindrucksvollen Berichten wie die verschiedenen Treuhandstiftungen die SOS-Kinderdorf-Arbeit unterstützen, stellte Petra Träg aus der Geschäftsführung dar, für welche drei Schwerpunkte die SOS-Kinderdorf-Stiftung ihre erwirtschafteten Erträge aus dem Zustiftungskapital der Dachstiftung jährlich einsetzt: erstens für Kinder, das Herzstück der SOS-Kinderdorf-Arbeit, zweitens für Schul- und Berufsausbildung und drittens für Hilfe für Notfälle. Dieses Jahr standen der Stiftung hierfür rund 120.800 Euro zur Verfügung. "Unser Wunsch ist, dass unsere Stiftung auch im achten Jahr so erfolgreich wächst wie bisher", betonte Elke Tesarczyk, Vorstandsvorsitzende der SOS-Kinderdorf-Stiftung mit Nachdruck. "Wir bedanken uns bei allen Anwesenden herzlich für ihr Engagement und hoffen, dass noch viele weitere Menschen den Herzenswunsch haben, die benachteiligten Kinder, Jugendlichen und behinderten Erwachsenen, die von SOS-Kinderdorf betreut werden, nachhaltig mit ihrer Treuhandstiftung oder über eine Zustiftung zu unterstützen.