Petra Träg im Interview mit Institutional Money
Anlageziel ist, Kapital zu erhalten
Um die Aspekte des Vermögensmanagements ging es in einem Interview, um das die Zeitschrift Institutional Money gebeten hatte. Petra Träg von der Geschäftsführung nutzte die Gelegenheit gerne, die Anlagestrategie der SOS-Kinderdorf-Stiftung zu erläutern. Gesunder Menschenverstand und eine gute Struktur sind die Basis. Ziel ist, das Kapital zu erhalten. Die SOS-Kinderdorf-Stiftung will und muss Erträge erwirtschaften, die dem Satzungszweck dienen: Die SOS-Kinderdorf-Arbeit zu unterstützen.
Wie sehen Ihre Anlagerichtlinien aus?
Mindestens 75 Prozent des Vermögens werden festverzinslich und in Rentenpapiere angelegt, um einen planbaren Ertrag zu erzielen. Das restliche Viertel streuen wir in Sachwertanlagen, Aktien und Aktienfonds. Immobilien, die zum Beispiel per Testament an die Stiftung vererbt werden, werden direkt in das Vermögen integriert. Anhand einer Benchmark überprüfen wir natürlich, dass die Anlagen im gewünschten Rahmen liegen.
Wer ist für die Anlagestrategie zuständig?
Die Entscheidung obliegt dem dreiköpfigen, ehrenamtlichen Vorstand der SOS-Kinderdorf-Stiftung, Elke Tesarczyk, Dr. Kay Vorwerk und Dr. Rupert Schreiner. Auf Basis meiner Erfahrungen im Tagesgeschäft beraten wir uns und der Vorstand beschließt die durchzuführenden Maßnahmen.
Haben Sie eine externe Consultingfirma beauftragt?
Das Kerngeschäft von SOS-Kinderdorf ist, benachteiligten Kindern zu helfen. So wollten wir von Anfang an sicher gehen, dass sich Menschen um das Stiftungsvermögen kümmern, die Experten auf diesem Gebiet sind, weil sie sich den ganzen Tag damit beschäftigen. Aus diesem Grund haben wir mehrere Bankverbindungen und damit -partner und arbeiten zum Beispiel auch mit der SK Vermögensverwaltung zusammen.
Wie haben Sie die Finanzkrise erlebt?
Durch unsere sicherheitsorientierte Anlagestrategie sind wir bis auf gewisse Abschreibungen in kleinem Rahmen sehr gut durchgekommen. Dabei hilft uns natürlich, dass wir Aktien nicht unter Spekulations-, sondern unter Anlagegesichtspunkten auswählen. Schwankungen kann man auf dieser Basis besser aussitzen, eine Haltung, die übrigens auch die Stiftungsaufsicht hat. Wichtig ist, dass das Vermögen auf Dauer erhalten bleibt und konstant wächst.
Was sind die Ziele für 2011?
Kapital erhalten und Kapital vermehren – und dabei nachhaltig arbeiten. Wenn Sie sich umschauen, merken Sie, dass in Deutschland richtig viel Hilfe notwendig ist. So wollen wir Menschen finden, die durch ihre Zustiftung nachhaltig Gutes tun möchten. Parallel dazu wünschen wir uns natürlich für jede der 46 SOS-Kinderdorf-Einrichtungen eine eigene Treuhandstiftung. Viele Stifter haben sich ihren Herzenswunsch schon erfüllt. Wir hoffen, dass noch viele weitere dazukommen.