SOS-Kinderdorf-Stiftung
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Die SOS-Kinderdorf-Stiftung in Zeiten von Corona

Einblicke

In unseren deutschen SOS-Kinderdörfern geht die Arbeit und das Leben der Menschen weiter, wie in jeder deutschen Familie. Die Schulen und Kindergärten sind geschlossen und so sind die Kinder und Jugendlichen alle zuhause, und unsere Kinderdorfmütter und –väter und das weitere Fachpersonal betreut sie weiterhin. (Tipps unserer SOS-Experten zur Frage, wie sie mit Ihren Kindern das Thema besprechen können und was sie in dieser Zeit tun können, finden Sie übrigens hier.) Auch in unseren weiteren stationären Angeboten, wie zum Beispiel den Wohngemeinschaften für Jugendliche, versuchen wir den regulären Betrieb so weit wie möglich aufrecht zu erhalten. 

Geschlossen sind aber größtenteils die anderen Angeboten von SOS-Kinderdorf in Deutschland, wie eben die Einrichtungen der Kindertagesbetreuung, aber auch die offenen Angebote: 

Die Frühen Hilfen für junge Eltern oder die Mütter-Baby-Kurse in unseren Familien- und Stadtteilzentren sind abgesagt. Beratungsangebote finden weiterhin statt, mittlerweile aber vor allem telefonisch. All dies geschieht immer in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen örtlichen Behörden, mit denen wir gemeinsam prüfen, welche Angebote aufrechterhalten bzw. geschlossen werden müssen.

Im Ausland sind die SOS-Einrichtungen auch von den Auswirkungen von Corona betroffen – je nach Land und der Situation vor Ort. Besonders dramatisch ist die Lage auf der griechischen Insel Lesbos: Aufgrund der von der griechischen Regierung angeordneten Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 mussten unsere Kollegen ihre Arbeit mit geflüchteten Kindern und Familien auf der Insel aussetzen. Aktuell leben 42.000 Geflüchtete auf den griechischen Inseln, ein Drittel davon sind Kinder – über die Hälfte von ihnen jünger als zwölf Jahre. Da es in den überfüllten Lagern an Sicherheit, Hygiene und sauberem Trinkwasser mangelt, bleibt zu befürchten, dass sich die Lage der Kinder durch das Coronavirus verschlimmert. 

Für uns selbst, in unseren Geschäftsräumen in München, hat sich auch einiges verändert. Dank der Digitalisierung können wir aber auch von zuhause aus arbeiten, wenn und falls es notwendig wird und dies hilft bereits Mitarbeitenden mit kleinen Kindern. Für Fragen und Anregungen sind wir aber weiterhin wie gewohnt erreichbar – ob im Büro oder im Home Office.

Ausblicke

Neben den Fragen, wie unsere tägliche Arbeit vom Virus betroffen ist, muss die Stiftung sich natürlich auch in dieser Zeit mit dem Thema der Kapitalanlage auseinandersetzen. Aufgrund des Virus rauschen derzeit die Börsenkurse an allen Handelsplätzen in den Keller und dem können sich auch die Anlagen der SOS-Kinderdorf-Stiftung, der Stiftungsfonds sowie der Treuhandstiftungen nicht entziehen. Gerade diese Entwicklung zeigt, wie wichtig es ist, gut gestreut investiert zu sein. Die Diversifizierung in die verschiedenen Assetklassen, Werte und Länder hilft Klumpenrisiken zu vermeiden. Wichtig sind die Qualität der Emittenten, der Geschäftsmodelle der Unternehmen und deren solide Finanzierung. Die Langfristigkeit des Anlagehorizonts einer Stiftung hilft hier, damit die Buchverluste über die Zeit aufgeholt werden können. Die Notenbankmaßnahmen lassen vermuten, dass noch länger mit einem Niedrigzinsniveau gerechnet werden muss und die laufenden Erträge aus anderen Assetklassen wie Aktien und Immobilien erwirtschaftet werden müssen. Hierbei ist ein Blick in die Vergangenheit sehr interessant: In Zeiten der Großen Depression ab 1929 hat der Großteil der Aktiengesellschaften weiterhin in den 1930er Jahren Dividenden gezahlt und dies nur für das absoluten Krisenjahr 1932 ausfallen lassen. 

Eine Konsequenz der aktuellen Lage wird höchstwahrscheinlich sein, dass durch die Verlängerung der Niedrigzinsphase die Erträge der Stiftung, ihrer Treuhandstiftungen und Fonds in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit niedriger sein werden, da fällige Anleihen nur zu geringeren Zinserträgen wieder angelegt werden können. Dies ist umso gravierender, da in den vergangenen Jahren die niedrigen Zinsen bereits allen Stiftungen die Erwirtschaftung von Erträgen erschwert hatten.

Die SOS-Kinderdorf-Stiftung, die Stiftungsfonds und Treuhandstiftungen werden diese Krise überstehen und alles dafür tun, damit weiterhin so vielen benachteiligten Menschen wie möglich nachhaltig geholfen werden kann.

© SOS-Kinderdorf e.V./Foto: Mika Volkmann