SOS-Kinderdorf-Stiftung
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Interview mit Stiftungsbotschafter Axel Döhner

           
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Die SOS-Kinderdorf-Stiftung hat im Rahmen ihres jährlichen Stiftertreffens 2016 Axel Döhner zum Botschafter ernannt. Damit wird er künftig die Stiftung ehrenamtlich in der Öffentlichkeit vertreten und die SOS-Kinderdorf-Arbeit in Deutschland und der Welt unterstützen. Wir hatten Gelegenheit, Axel Döhner zu interviewen und ihn nach seiner Motivation für sein Engagement und nach den Perspektiven des Stiftungswesens zu fragen. 

           

Lieber Herr Döhner, woher kommt Ihre Verbundenheit zu SOS-Kinderdorf?

SOS-Kinderdorf hat in meinem Leben eine sehr lange Tradition. Ich kann mich sehr gut erinnern, wie ich schon als Kind jedes Jahr vor Weihnachten einen Brief von SOS aus dem Postkasten holte. Darin waren ein persönliches Anschreiben und ein Überweisungsträger. Für meine Eltern war dies eine liebevolle Erinnerung zu spenden, was sie auch regelmäßig taten. 

           

Wie kamen Sie auf die Idee, sich für die SOS-Kinderdorf-Stiftung zu engagieren?

Vor ein paar Jahren war ich auf einer Veranstaltung in Stuttgart. Dort hat einer der Redner die Frage gestellt, wie sich jeder einzelne für das Gemeinwohl einsetzen würde. In diesem Augenblick hoffte ich, dass er mich nicht persönlich fragt und ich nicht antworten müsse, dass ich nichts tue. Die Frage hat mich jedoch nicht losgelassen und ab diesem Zeitpunkt habe ich beschlossen, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. 

           

Das hört sich so an, als würden Sie sich mehrfach engagieren?

Ja, ich habe zum Beispiel eine Jobpatenschaft in Stuttgart übernommen und arbeitslose Akademiker für ihren weiteren beruflichen Weg beraten. Ich habe mich im Lions Club engagiert und eine Zeit lang kranke Senioren am Sonntag in den Gottesdienst gefahren.

           

Wie sind Sie auf die SOS-Kinderdorf-Stiftung aufmerksam geworden?

Auf einer der vielen Veranstaltungen, die ich aus beruflichen Gründen besuche, habe ich Elke Tesarzcyk, die Vorstandsvorsitzende, kennengelernt. Wir haben uns sehr angeregt unterhalten und uns von Anfang an gut verstanden. Man verständigte sich darauf, sich gegenseitig zu passenden Veranstaltungen einzuladen – so lernten wir uns persönlich besser kennen und ich natürlich dabei auch Petra Träg aus der Geschäftsführung sowie die Arbeit der SOS-Kinderdorf-Stiftung.

           

Was heißt es, Botschafter der SOS-Kinderdorf-Stiftung zu sein?

Im Kern heißt es, dass ich mein Netzwerk zur Verfügung stelle, Kunden von der SOS-Kinderdorf-Stiftung berichte oder interessante Persönlichkeiten als Referenten für ausgewählte Veranstaltungen gewinne.

           

Was gefällt Ihnen an der SOS-Kinderdorf-Stiftung?

Natürlich gibt es in Deutschland eine Vielzahl an förderungswürdigen Organisationen. Doch habe ich persönlich auch meine eigene Familie vor Augen. Meine drei Kinder haben das Glück, dass sie wohlbehütet aufwachsen dürfen. Meine Frau und ich achten auf ein förderliches, liebevolles Familienleben – von nachmittags Hausaufgaben machen über abends Geschichten vorlesen bis hin zu gemeinsamen Ausflügen am Wochenende. Doch da nicht alle Kinder dieses Umfeld haben, begeistert mich Hermann Gmeiners Idee. Wenn die leiblichen Eltern aus welchem Grund auch immer ihre Kinder nicht ausreichend versorgen können, ist es einfach die zweitbeste Idee, in einem familienähnlichen Zuhause Geborgenheit und Förderung zu finden. Genau dies bietet SOS-Kinderdorf. Davon habe ich mich persönlich überzeugt.

         

 

Waren Sie schon in SOS-Kinderdorf-Einrichtungen vor Ort?

Ja, und genau diese beeindruckenden Erlebnisse sind es, von denen ich in meinem Netzwerk berichte. Die bildhaften Geschichten aus dem Leben sind es, die die Menschen faszinieren und einladen, sich zu engagieren. Ich war zum Beispiel im SOS-Kinderdorf Ammersee. Dort hatte ich das Glück, das ich nach einer Führung des Einrichtungsleiters ausnahmsweise bei einer SOS-Familie zu Mittag essen durfte. Die Kinder waren schon von der Schule zuhause, man saß gemeinsam am großen Tisch. Es gab leckere, selbst zubereitete Lasagne. Alle waren fröhlich, lebhaft – und natürlich hungrig. Sobald abgeräumt war, bot man mir gleich ein Stückchen frisch gebackenen Kuchen und eine Tasse Kaffee an. So habe ich zwar mehr gegessen als üblich, doch war es so herzlich und so familiär, dass es mich sehr berührt hat.

           

Was erzählen Sie Ihrem Netzwerk sonst noch?

Wie ich die Treuhandstifter und Zustifter auf dem jährlichen Stiftertreffen erleben durfte. Hier spürt man den Geist von SOS-Kinderdorf. Die SOS-Kinderdorf-Stiftung ist wie eine große Familie. Man freut sich, sich einmal jährlich in großer Runde zu sehen, sich über aktuelle SOS-Projekte auszutauschen und zu erfahren, wie es jedem geht. So habe auch ich diese Stunden als sehr persönlich und angenehm empfunden.

           

Wie reagiert Ihr Netzwerk auf Ihr Engagement?

Mehr als positiv. Und ich erhalte auch immer sehr gute Resonanzen, wenn sich die Gelegenheit ergibt, dass ich Frau Tesarczyk oder Frau Träg jemandem vorstelle und sich daraus eine Unterhaltung ergibt. Denn ich bin ja in einem Umfeld tätig, in dem die Menschen hart gearbeitet haben und dabei Geld zur Seite legen konnten. Zahlreiche davon fragen sich, was sie damit sinnvolles tun können. Die Nachfolge ist geregelt, die Nachkommen sind versorgt und so ergibt sich oft die Frage, was man zudem für die nächste Generation tun könne.

           

Glauben Sie, dass Altruismus eine Zukunft hat?

Ich möchte dies sogar fordern. In der heutigen Gesellschaft hat Egoismus keinen Platz. Wir sind angehalten, uns anders als früher aufzustellen. Das heißt, dass wir nicht mehr nur unsere Depotauszüge bewerten dürfen, sondern mit dem Herzen und mit Emotionalität die Dinge anschauen müssen. Dabei sollten wir alle über unseren Tellerrand blicken und uns gemeinsam zum Beispiel über Werte, Gemeinwohl, Armut, aber auch Klimawandel und Digitalisierung unterhalten.

           

Wie schätzen Sie die Zukunft des Stiftungswesens ein?

In der aktuellen Niedrigzinsphase ist das Stiftungswesen natürlich eine Herausforderung und es wäre sicher förderlich, der Gesetzgeber würde hier einschreiten. Doch meine ich, dass die Stifter den Mut nicht verlieren, sondern stolz darauf sein sollten, dass sie sich aktiv für das Gemeinwohl einsetzen. Zu ihrem Engagement gibt es keine Alternative. Die pekuniäre Messlatte ist nicht allein entscheidend. Ich tue Gutes – das ist ein ebenso nachhaltiger Wert.

           

Was würden Sie unseren Zustiftern und Stiftern raten?

Nicht alleine auf das Geld bzw. die Renditen zu schauen, auch wenn diese selbstredend wichtig sind, weil die SOS-Kinderdorf-Arbeit nur so finanziert werden kann. Doch vielleicht können ja darüber hinaus Plattformen geschaffen werden, um sich auf intellektueller Ebene über Themen der Zukunft auszutauschen. Wie oben gesagt, braucht aus meiner Sicht die Emotionalität wieder mehr Raum in unserem Leben. Gemeinsam können wir auch auf diesem Weg zu einer gelungenen Zukunft beitragen.

           

Was wünschen Sie sich von der SOS-Kinderdorf-Stiftung?

Lassen Sie uns gemeinsam mit freundlicher Hartnäckigkeit Kümmerer bleiben. Lassen Sie uns den Menschen vom Alleinstellungsmerkmal und damit von den Besonderheiten der SOS-Kinderdorf-Stiftung erzählen. Und binden Sie mich jederzeit gerne aktiv ein. Fordern Sie mich und lassen Sie mich damit helfen, gemeinsam mit Ihnen Gutes zu tun.

           

Lieber Herr Döhner, wir danken Ihnen von Herzen für das Gespräch und freuen uns sehr, dass Sie unsere Botschaft mit so viel Herz und Leidenschaft zahlreichen Menschen vermitteln.