Erdbeben in Marokko

Am 08. September 2023 ereignete sich in Marokko ein heftiges Erdbeben der Stärke 6,8. Das Epizentrum des Bebens lag im Hohen Atlasgebirge, etwa 71 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Marrakesch.
Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind mehr als 300.000 Menschen in Marrakesch und den umliegenden Gebieten von dem Erdbeben betroffen – darunter schätzungsweise 100.000 Kinder. In den ländlichen Berggebieten, wo die meisten Todesopfer zu beklagen sind, sind viele Häuser beschädigt, so dass es schwierig ist, diese zu erreichen. Die Überlebenden campieren meist unter freiem Himmel. Die Zahl der Toten beträgt laut marokkanischen Innenministerium ca. 2.950.

SOS-Kinderdorf in Marokko

Es wurden keine Programmteilnehmenden oder Mitarbeitenden von SOS-Kinderdorf verletzt. Das SOS-Kinderdorf in Ait Orir, 30 km östlich von Marrakesch, liegt dem Beben am nächsten. Die 89 Kinder und Jugendlichen werden von SOS-Kinderdorf psychologisch betreut.
Das SOS-Kinderdorf in Ait Ourir hat 50 vertriebene Familien aufgenommen. Dafür wurden zwei Häuser mit einer Kapazität von jeweils zwölf Personen und Zelte für bis zu 30 Personen zur Verfügung gestellt. Die Zelte wurden mit Betten, medizinischer Ausrüstung und Hygienesets ausgestattet.
Das SOS-Kinderdorf Marokko hat einen Nothilfeplan ausgearbeitet, um den Menschen in ihrer Situation bestmöglich zu helfen. Dazu gehört die direkte Unterstützung der am stärksten betroffenen Familien und von unbegleiteten oder von ihren Eltern getrennten Kindern. Bereits vor dem Erdbeben herrschte in den Bergregionen Wasserknappheit. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist eine Priorität. Nahrungsmittel und Hygieneartikel werden ebenfalls zur Verfügung gestellt, um die Grundversorgung der Menschen mit den wichtigen Gütern zu sichern.
Neben der psychologischen Hilfe, um die Traumata und emotionale Notlage zu verarbeiten, bietet SOS-Kinderdorf Marokko Bildung für Kinder im schulpflichtigen Alter an, die von dem Erdbeben betroffen sind.
Bisherige Hilfe in Zahlen
  • 271 Menschen erhielten medizinische Hilfe
  • 319 Kinder in SOS-Kinderdörfern erhielten psychologische Unterstützung
  • 2.250 Lebensmittelkörbe wurden verteilt
  • 35.000 Liter sauberes Trinkwasser wurden bereitgestellt
  • 260 Zelte, die als Notunterkünfte genutzt werden, wurden aufgebaut
  • 56.570 neue Kleidungsstücke wurden verteilt

Filtern nach: