Schutz vor Gewalt – Hilfe und Sicherheit in schweren Zeiten
Häusliche Gewalt geschieht oft im Verborgenen und trifft Frauen und Kinder in allen Lebenssituationen. Mit dem Projekt „Schutz vor Gewalt“ bietet das SOS-Kinderdorf Sachsen ihnen einen geschützten Ort, an dem sie Sicherheit finden, zur Ruhe kommen und gemeinsam mit Fachkräften neue Perspektiven entwickeln können. In den Schutzwohnungen erhalten betroffene Frauen und ihre Kinder unmittelbare Aufnahme – dank einer durchgehenden Rufbereitschaft an sieben Tagen in der Woche, rund um die Uhr. So ist Hilfe jederzeit erreichbar, unabhängig davon, ob der Erstkontakt über Polizei, Behörden oder direkt erfolgt.
Ein besonderer Teil des Angebots ist die enge Verbindung zur offenen Arbeit des Mehrgenerationenhauses. Dort können Frauen diskret Beratungsgespräche wahrnehmen, an Gruppenangeboten teilnehmen und auf ein unterstützendes Netzwerk aus Fachkräften und engagierten Mitarbeitenden zurückgreifen. Diese Kombination ermöglicht nicht nur schnellen Schutz, sondern auch langfristige Stabilisierung. Viele Frauen bleiben nach dem Aufenthalt noch bis zu zwölf Monate in persönlicher oder telefonischer Nachbetreuung, um ihren Alltag sicher und selbstbestimmt gestalten zu können.
Jedes Jahr begleitet das Projekt rund 50 Frauen und ihre Kinder, die in den Schutzwohnungen Zuflucht finden. Zusätzlich führt das Team etwa 200 persönliche und telefonische Beratungen durch, die Frauen zwischen 18 und 83 Jahren dabei unterstützen, eine Gewaltsituation zu erkennen, Schritte zu planen oder einfach erstmals vertraulich über ihre Erlebnisse zu sprechen. Die Bandbreite zeigt, wie unterschiedlich Lebenswege und Bedürfnisse sein können – und wie wichtig es ist, einen verlässlichen Ort zu haben, an dem Hilfe ohne Hürden möglich ist.