MIA-Projekt im SOS-Kinderdorf Saar
Frauen, mit Migrationshintergrund, denen Zugang in die deutsche Gesellschaft kaum oder noch nicht gegeben ist, können jede Woche freitags, in der Zeit von 9:30-11:30 Uhr, an einem Treffen im Mehrgenerationenhaus des SOS-Kinderdorf Saar, in Merzig teilnehmen.
Sie erfahren zum Beispiel wie das deutsche Bildungssystem aufgebaut ist, was die U-Untersuchungen sind oder wie ein Arztbesuch stattfinden kann. Sie tauschen sich über die unterschiedlichen Kulturen oder zum Beispiel die Rolle der Frau in ihrem Herkunftsland aus.
Was auch immer ihnen wichtig ist, greifen die Kursleiterinnen auf oder sie bringen Themen ein, die sie aktuell als wichtig identifizieren.
Die Idee, ausländische Frauen, die in Deutschland keine Schule besucht oder eine Ausbildung absolviert haben, zusammenzubringen und stärker mit der deutschen Gesellschaft in Verbindung zu bringen, stammt vom Bundesministerium. Ursprünglich wollte man lange in Deutschland lebenden, in ihrer Subkultur verhafteten Frauen einen, auch von Männern akzeptierten Rahmen zum Lernen und zum Austausch geben. Mit den Zuwanderungsbewegungen in den letzten Jahren sind Frauen aus Syrien, dem gesamten afrikanischen und arabischen Raum und aus der Ukraine hinzugekommen.
Das Bundesministerium fördert das Angebot mit bescheidenen 1.700 Euro für 40 Zeitstunden. Die Teilnahme der Frauen wird für max. 32 Zeitstunden gefördert.
Abgesehen davon, dass die Förderung kaum für die Bezahlung der Kursleitung reicht, Frauen, die Gefallen an den Treffen gefunden haben, fallen nicht mehr unter die Förderfähigkeit. Sie werden von uns nicht abgewiesen, sondern sind weiterhin willkommen und wichtige Multiplikatorinnen in der Gruppe.
Am Frauenkurs nehmen überwiegend junge Frauen teil, die noch in der Familienphase sind. Damit ihnen die Teilnahme stressfrei ermöglicht werden kann, ist vor Ort eine Kinderbetreuung eingerichtet.
Am Frauenkurs nehmen überwiegend junge Frauen teil, die noch in der Familienphase sind. Damit ihnen die Teilnahme stressfrei ermöglicht werden kann, ist vor Ort eine Kinderbetreuung eingerichtet.
Durch Corona wurde die Gruppe geteilt, damit Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden können. Die Trennung hat sich bewährt: Frauen mit geringen Deutschkenntnissen treffen zusammen und Frauen, die sich bereits gut in der Sprache zurechtfinden. So kann auf die unterschiedlichen Bedürfnisse besser eingegangen werden. Es werden allerdings zwei Kurleiterinnen benötigt.
Mit der Unterstützung der Ausschüttung aus der BAC-Stiftung konnte die Teilnahme der Frauen, die die Fördergrenze überschritten haben, mindestens bis Ende des Jahres gewährleistet werden. Zudem konnte ein langgehegter Wunsch der Gruppe – ein gemeinsamer Ausflug mit den Kindern zu einem nahegelegenen Freizeitpark – in Erfüllung gehen.