Frühe Hilfen für junge Familien

Im Jahr 2025 unterstützten wir mit den Erträgen aus dem Themenfonds Kinder den Elternladen „Ella“ des SOS-Kinderdorfs Kaiserslautern.
Das Angebot richtet sich an werdende Eltern und junge Familien mit Kindern bis drei Jahren, die sich in herausfordernden Lebenssituationen befinden. Viele von ihnen sind mit Unsicherheiten konfrontiert, was die Versorgung des Kindes, den Zugang zu Unterstützungsangeboten oder die eigene Rolle als Mutter oder Vater betrifft. Besonders schwierig wird die Situation, wenn zusätzlich Faktoren wie Armut, Alleinerziehung oder belastende Lebenserfahrungen hinzukommen. Der Elternladen bietet diesen Familien einen geschützten Raum, in dem sie Orientierung, praktische Hilfe und emotionalen Rückhalt erhalten.
Ziel des Angebots ist es, eine stabile Eltern-Kind-Bindung aufzubauen, die wesentlich zur gesunden Entwicklung des Kindes beiträgt. Dafür stehen im Elternladen verschiedene offene Formate zur Verfügung: Ein wöchentliches Eltern-Kind-Café ermöglicht Austausch und informelle Beratung, ergänzt durch Krabbelgruppen, Babymassage und Stillgruppen. Bei Bedarf werden Familienhebammen vermittelt, und auch Hausbesuche sind Teil des Angebots. Fachlich begleitet wird das Programm durch ein sogenanntes Themencafé, in dem Fragen zur frühkindlichen Entwicklung aufgegriffen und von Expertinnen und Experten verständlich erläutert werden.
Ein zentrales Element der pädagogischen Arbeit ist die videogestützte Beratung nach dem Marte Meo-Konzept. Dabei werden Filmaufnahmen alltäglicher Interaktionen zwischen Eltern und Kind analysiert. Ziel ist es, positive Verhaltensweisen sichtbar zu machen und durch gezielte Rückmeldung zu stärken – ein bewährter präventiver Ansatz, der Eltern hilft, ihre eigenen Fähigkeiten besser wahrzunehmen und weiterzuentwickeln.
Im Jahr 2023 wurden durch das Projekt insgesamt 914 Eltern erreicht, sei es durch Veranstaltungen im Elternladen oder durch begleitende Kontakte auf der Geburtsstation des Westpfalzklinikums. Die hohe Nachfrage und die vielfältige Nutzung der Angebote zeigen, wie groß der Bedarf an niedrigschwelliger Unterstützung für junge Familien ist.