Integration im Mehrgenerationenhaus Zwickau

Im Jahr 2025 förderte die SOS-Kinderdorf-Stiftung das Projekt „Integration“ des SOS-Kinderdorfs Sachsen. Im Mittelpunkt steht dabei das etablierte Angebot „Brücke ins Mehrgenerationenhaus“, das sich an Familien mit Migrations- und Fluchterfahrung richtet und ihnen einen geschützten Raum für Begegnung, Austausch und gemeinschaftliches Lernen bietet. Ziel des Projekts ist es, gegenseitiges Verständnis zu fördern, kulturelle Vielfalt zu leben und langfristige gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Im Mehrgenerationenhaus Zwickau finden zahlreiche Angebote statt, die auf eine gelingende Integration abzielen: Drei kostenfreie Deutschkurse pro Woche – jeweils angepasst an verschiedene Sprachgruppen wie arabisch-, türkisch-, afghanisch- und ukrainisch-sprachige Frauen und Männer – wurden durch Kinderbetreuung ergänzt, um auch Eltern mit kleinen Kindern die Teilnahme zu ermöglichen. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmenden individuelle Unterstützung bei Behördengängen, Arztbesuchen oder der Antragstellung, oft begleitet durch Dolmetschende.
Ein zentrales Element ist das Projekt „Begegnung – Gemeinschaft – Integration“, das parallel auf Eltern und Kinder ausgerichtet ist. In gemeinsamen Gruppenangeboten können Familien soziale Kontakte knüpfen, ihre Sprachkenntnisse erweitern und gleichzeitig kreative oder sportliche Aktivitäten wahrnehmen. Besonders wichtig ist dabei das interkulturelle Lernen: In Workshops unter dem Titel „Interkulturelle Feste und Feiern im Jahresrhythmus“ werden Traditionen verschiedener Herkunftsländer vorgestellt und gemeinsam gelebt – vom arabisch-persischen Muttertag über das islamische Zuckerfest bis zum christlichen Weihnachtsfest.
Ergänzt werden die Angebote durch niedrigschwellige Familienformate wie das Vorleseprojekt „Vorlesepatin“, bei dem altersgerechte Kinderbücher vorgestellt und das gemeinsame Spielen in der Familie angeregt wird. Kreative Aktivitäten wie Basteln, Nähen oder Malen runden das integrative Konzept ab.
Es können rund 50 Familien mit Migrationshintergrund erreicht werden – insgesamt etwa 150 Menschen aller Altersgruppen.