Weltspartag am 30. Oktober 2024
30. Oktober 2024
Mit dem Sparen lernen Kinder sechs wichtige Fähigkeiten fürs Leben
Anlässlich des Weltspartags am 30. Oktober 2024 ermutigt die SOS-Kinderdorf-Stiftung Eltern, frühzeitig mit der finanziellen Bildung ihrer Kinder zu beginnen. Petra Träg, Geschäftsführerin der SOS-Kinderdorf-Stiftung, sagt:
Bereits im Alter von fünf bis sechs Jahren können Kinder lernen, wie man spart. Das zahlt sich nicht nur monetär aus. Mit dem Sparen lernen Kinder auch Geduld, sich Ziele zu setzen und zwischen Wünschen und Bedürfnissen zu unterscheiden.
Petra Träg
In einer Welt, in der Konsumkultur, soziale Medien und Gruppenzwang auf Verlockungen wie Onlineshopping, digitale Abonnements und „Buy now, pay later“-Angebote treffen, fällt es jungen Menschen zunehmend schwer, ihre Ausgaben im Griff zu behalten. Sie verlieren schneller den Überblick und geben mehr Geld aus als geplant. Das führt dazu, dass immer mehr junge Menschen sich verschulden*. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig gegenzusteuern. Bereits im Alter von fünf bis sechs Jahren können Kinder die Grundprinzipien des Sparens und Ausgebens verstehen.
Finanzielle Bildung ist sehr wichtig. Wer früh lernt, Wünsche zurückzustellen und Prioritäten zu setzen, ist auch besser gegen die Verlockungen des Online-Handels gewappnet, zum Beispiel gegen „buy now, pay later“-Angebote, die zunehmend ein Verschuldungsrisiko für junge Menschen darstellen.
Petra Träg
Warum Sparen „cool“ ist
Viele Eltern zögern jedoch, den Wünschen ihrer Kinder Grenzen zu setzen. Hat der Nachwuchs Geld zum Geburtstag bekommen und möchte es für „coole“ Dinge ausgeben? Eltern ahnen häufig, dass der riesige Plüschteddy oder der blinkende Roboter schnell in der Ecke landen wird. Doch sie fühlen sich wie Spielverderber, wenn sie ihren Kindern diese Wünsche versagen und stattdessen mit ihnen das Sparen üben. Das Gegenteil ist der Fall: Kinder, die frühzeitig den Umgang mit Geld lernen, entwickeln langfristig positive Gewohnheiten. Sparen lehrt sechs wertvolle Fähigkeiten fürs Leben.
1. Selbstdisziplin
Sparen bringt uns bei, kurzfristige Wünsche zugunsten langfristiger Ziele zurückzustellen. Wie wichtig das ist, zeigt der berühmte Marshmallow-Test* des Psychologen Walter Mischel aus den 60er Jahren, bei dem Vorschulkinder die Wahl hatten: Sie konnten entweder sofort einen Marshmallow essen oder zwanzig Minuten warten und zwei Marshmallows bekommen. Im Langzeittest zeigte sich: Die Kinder, die auf eine Belohnung warten konnten, hatten als Heranwachsende bessere schulische Leistungen, konnten besser mit Frustrationen und mit Stress umgehen, waren seltener übergewichtig und führten sogar harmonischere soziale Beziehungen. Die Ergebnisse wurden jüngst von Forschenden der Ludwig-Maximilians Universität bestätigt.*
2. Selbsterkenntnis
Kinder, die lernen, zwischen kurzfristigen Wünschen und langfristigen Bedürfnissen zu unterscheiden, können sich besser einschätzen und wissen eher, was sie wollen.
3. Selbstwirksamkeit
Beim Sparen lernen Kinder, auf Ziele hinzuarbeiten. Sie entwickeln Vertrauen in ihre Fähigkeit, ihre Zukunft positiv zu gestalten.
4. Wertschätzung
Wenn nicht alle Wünsche sofort erfüllt werden, lernen Kinder, den Wert von Dingen mehr zu schätzen.
5. Geduld
Sparen lehrt Kinder, dass gute Dinge Zeit brauchen und nicht alles sofort erreichbar ist. Geduld ist eine wichtige Eigenschaft für ein zufriedenes und erfolgreiches Leben.
6. Verantwortungsbewusstsein
Sparen erfordert, Einnahmen und Ausgaben zu planen und im Blick zu behalten – eine Aufgabe, die selbst manchen Erwachsene Probleme bereitet.
Links:
